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Neues Jahr, neues Glück, na ja

So dachte ich mir das zumindest, aber irgendwie ist alles beim Alten. Das Futter ist gleich, meine Runde im Park ist gleich, das Wetter so lala, einzig mein Weihnachtsgeschenk erhellt mein Gemüt. Ich habe eine Kiste bekommen, in dieser waren Leckerlies einzeln in Zeitung eingewickelt. Es hätten ruhig ein paar mehr sein können, na ja, beim Papier hatte das Christkind nicht gespart. Aber egal, ich habe direkt mal ausgepackt und hatte ne Menge Spaß dabei. Um sicher zu gehen, dass ich nichts überschnuppert habe, musste ich natürlich nachkontrollieren und das mehrmals am Heiligen Abend. Keinerlei Unterstützung des Rudelumfeldes, die waren mit ihren Geschenken beschäftig. Natürlich haben sie ihr Geschenk-Papier nicht kontrolliert und so musste ich das auch noch machen. So und jetzt mal eine ganz provokante Frage, schmeißt man Weihnachtsgeschenke weg? NEIN, das gehört sich nicht. Ich habe die Leckerlies natürlich alle aufgefressen, warum soll man sich das auch einteilen, und das ausgepackte Papier gehörte ja zu meinem Geschenk, also mir. Und da frage ich mich, warum man das zusammenkehrt, in einen größeren Karton packt und in die Altpapiertonne schmeißen möchte. Ich habe sofort reagiert und meinem Unmut durch eine Sitzblockade kundgetan. Mein Geschenk, meine neue Kiste, mein Papier. Jeden Abend wenn ich nach einem harten Arbeitstag nach Hause komme, kontrolliere ich die Kiste, Papier rein und raus und wehe da fehlt was. Also die Kiste ist sehr gemütlich und ich verstehe nun auch, warum Katzen solche Kisten toll finden. Ich werde sie nicht mehr hergeben und dieses ganze Gezeter von wegen, wie das denn aussähe- so eine schmuddelige Papierkiste in der Ecke des Wohnzimmers! Ganz ehrlich, da kann ich auch nix dafür. Man hätte sich bei der Auswahl des Kartons ja mal ein bisschen mehr Mühe geben können, damit der farblich auch ins Interior passt. Also der Karton bleibt, soviel ist klar, mein Weihnachtsgeschenk wird nicht weggeschmissen. In diesem Sinne, Euch allen einen guten Start ins neue Jahr und wenn ihr gar verdrießlich seid, nehmt einen Karton und setzt Euch rein- bei mir hilft das. Bis bald Eurer Rudi … weiterlesen

Jamieson & Smith

Eigentlich wollte ich im Neuen Jahr nicht schon wieder anfangen. Also was Neues meine ich. Also was zum Stricken, natürlich! Ja und dann kamen mal wieder die Erinnerungen an das letzte Jahr hoch, für alle, die ich jetzt langweile… Shetland, natürlich, was sonst. Aber bei solchen Farben und bei solch einem Licht, was bleibt mir anderes übrig. Ich kann gar nicht anders. Meinen Hansel aus meiner sehnsüchtig erwarteten Jamieson and Smith habe ich ja schon länger fertig und so plane ich nun in den Naturtönen der Shetland Heritage. Vielleicht den Puffin von Kate Davies, den Ella Gordon in den Naturfarben bereits gestrickt hat. Hm, mal sehen, zunächst bestaune ich einfach nur die Farben und das Garn. Ella hat auf ihrem Blog noch mehr Vorschläge, einfach traumhaft. Shetland Heritage schafft es, die ursprünglichen Eigenschaften eines Handgesponnenen Garns, dem Handspun ‚wursit‚ wieder aufleben zu lassen, wie es in den alten Fair Isle Kleidungsstücken aus den Archiven des Shetlands Museums verwendet wurde. Wollexperten, Fachleute, Kuratoren und Strickerinnen haben zusammen gearbeitet, um es zu entwickeln und zu testen. Shetland Heritage ist etwas feiner und viel weicher, als das übliche Garn, welches heute zum Fair Isle stricken verwendet wird. Shetland Wool Brokers Ltd., Shetland Museum und Archives, Curtis Wool Direct und Jamieson & Smith (Shetland Wool Brokers) Ltd. sowie der Shetland Amenity Trust haben dieses Garn als Teil eines Kooperationsprojektes entwickelt. Ja, ich denke mal, ich muss mich hier um meine Wolle kümmern- es kribbelt mich- in den Fingern…und so wünsche ich allen noch nachträglich auch im Namen der Stil-Blüten und unseres Ladenhüters ein gesundes Neues Jahr 2017, mit viel Zeit für neue Projekte und Ideen. … weiterlesen

Uradale Farm

Zum guten Schluß des Jahres 2016 schwelge ich nochmals in Erinnerungen. Shetland war und ist eine Reise wert und hat mich tief beeindruckt. Die Insel und die Art der Shetlander hat mich in ihren Bann gezogen. Vieles geht und vieles geht eben nicht- aufgrund des Wetters, der Lage und damit muss man leben, oder eben woanders hinziehen. Nicht ohne Grund kehren aber die meisten Insulaner nur sehr kurz ihrer Insel den Rücken. Das liegt zum einen an der Landschaft und dem unglaublichen Licht, zum anderen an der Lebensqualität und Ruhe, die man hier in vollen Zügen genießen kann. Die Arbeit bleibt weiterhin hart, doch irgendwie entschädigt einen das drum herum. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass Ronnie und seine Frau Sue ihre Uradale Farm trotz aller Unkenrufen zum trotz weiterhin Voll-Bio bewirtschaften, obwohl sie viele Hürden nehmen mussten. Ronnie und seine Frau Sue wollten anfangs eigentlich nur das Fleisch ihrer seid altes her auf Shetland lebenden Kühe und Schafe vermarkten. Allerdings sind diese beiden alten Rassen viel kleiner als die gewöhnlichen Zuchtexemplare und so fand sich anfangs kein Schlachter, der sich dieser Kleinen annehmen wollte- zu wenig Fleisch. Ronnie hatte zwar mit Widerstand gerechnet, aber dass sich erst in London ein Metzger fand, der seine Tiere verarbeiten wollte, schmerzt ihn noch heute. Das seien alles die Ölplattformen schuld, mit denen seien die Supermärkte gekommen und mit denen abgepacktes Fleisch und Leute ohne Geschmack. Aber nicht nur die Öl-Leute ärgern Ronnie, an seinem Stall hängt ein riesiges Euro-Schild und er reagiert äußerst empfindlich, wenn er auf den Brexit angesprochen wird. Seine Schafe müssen ja auch gar nicht geschlachtet werden, finde ich zumindest, denn die Farben sind einfach einmalig. So und jetzt achtung Bilderflut- wie gemalt: Und was mich am meisten von allem beeindruckt hat, sowohl die Kühe als auch die Schafe bleiben das ganze Jahr über auf der Weide und die Kälbchen und kleinen Schäfchen bleiben bei ihren Müttern und auf dem Kuhbild, ich hoffe man kann es erkennen, trinkt ein Kälbchen bei seiner Mutter. Ich weiß wirklich nicht, wann ich das zum letzten Mal gesehen habe. Ich glaube im Österreich Urlaub, wo ich als Teenager etwas schlecht gelaunt, voll überflüssig einen Weg hochmarschierte zu irgendeiner Alm- also eine Ewigkeit. Aber jetzt genug, die Stil-Blüten wünschen allen einen guten Rutsch ins neue Jahr 2017 und schwelgen einfach noch ein wenig in Erinnerungen und stricken dazu mit der schönen Wolle von noch schöneren Schafen von der Uradale Farm in Scalloway, Shetland. … weiterlesen

Wer die Wahl hat

Ja, wer kennt ihn nicht, diesen Spruch, mit der Wahl und der Qual. Als ich heute Morgen noch etwas verschlafen vor meinen Futternapf trat, wusste ich, es wird nicht besser. In meinem Napf war Trockenfutter. Ja und da hilft es mir wenig, wenn mir ein riesiger Text geboten wird, von wegen, dass es gutes Futter sei und doch auch nicht anders, als das Nassfutter, nur trocken und so gesund für meine Zähne und überhaupt. Ich hatte keine Wahl, ich musste mich entscheiden, entweder das oder gar nix. Ein harter Arbeitstag ohne Futter, kaum zum Aushalten. Also wählte ich das kleinere Übel. Gestern erging es mir nicht besser. All dieser Regen und auch hier hatte ich die Qual der Wahl- ungeliebter Regenmantel oder Regen auf nasser Hundehaut. Das kleinere Übel war augenscheinlich der Mantel, auch wenn es sich in diesem Moment anders anfühlte. Und dann ist mir bei all diesem Quälen vom Wählen noch eingefallen, wie ich im Sommer auf der Brücke über die Oker schreite und direkt vor meinen Füßen ein Eishörnchen mit angeschmolzenen rauslaufenden Eis erblicke. Ich wusste, es gibt Ärger, wenn ich mich erwischen lasse, so entschied ich mich für das kleinere Übel. Und wo ich gerade mein schlechtes Gewissen beiseiteschiebe und das Hörnchen aufnehme um es runterzuschlucken, sehe ich im noch sicheren Abstand den Husky auf der anderen Seite der Brücke lang schlendern, ganz so als ob nix wäre. Hallo, Rumble in the Jungle, hätte ich dieses Eis nicht in der Schnauze gehabt, na dann hätte der sich aber mal ganz warm anziehen können. Ich war so aufgeregt und wusste gar nicht, was ich zuerst machen sollte: knurren, Pelz sträuben, schaben und so kam es übel, ich ließ das Eis fallen und als ich mich gerade kampfbereit mache, sehe ich, wie der Husky schon an mir vorbei am anderen Ende der Brücke entspannt in den Park einbiegt. Um das Desaster abzurunden sieht Frauchen das ausgespukte Eis und schimpft und ich stehe da und denke nur, was für ein übler Tag. Qualen nach den Wahlen müssen wohl auch die Amerikaner ertragen, die sich wegen der Übersprungshandlung Trump jetzt ne Menge anhören können. Schlimm ist nur, dass das Übel überall ist auf der Welt und auch wenn es klein ist, es ist übel. Ich kann nur hoffen, dass die Amerikaner jetzt nicht jeden Tag Trockenfutter bekommen oder ihren Regenmantel tragen müssen, auch wenn es nicht regnet. Süßigkeiten sind sowieso vorbei, jetzt gibt es wahrscheinlich nur noch Saures. Allerdings denke ich, dass man nicht so streng sein darf mit den Amerikanern, denn hier könnte alles genauso kommen. Im näheren Europaumfeld haben wir doch auch schon so ein paar gewählte Übel, die viele Menschen quälen. Zum Glück habe ich von Politik keine Ahnung, ich muss es nur irgendwie schaffen, dass dieses Trockenfutter verschwindet. Es soll doch da in Amerika so große Zauberer in Las Vegas geben. Die können sogar Tiger wegzaubern. Vielleicht schreibe ich denen mal. Das Futter bewegt sich ja noch nicht mal und ich hätte hier ganz in meiner Nähe auch noch einen Husky, den könnten sie dann auch gerne für ihre Zaubertricks haben. Der verträgt sich bestimmt prächtig mit den Tigern. In diesem Sinne wähle ich jetzt mal mein kuscheliges Hundebettchen und entspanne mich von den Qualen des Alltages. Bis bald Eurer Rudi … weiterlesen

Moeke Yarns

Die Slow Bewegung ist ja schon seit längerem sehr angesagt, slow food, slow life, slow travel, slow city und es gibt bestimmt noch mehr slows, die ich hier vergessen habe aufzuzählen. Die neue Entdeckung der Langsamkeit und Nachhaltigkeit soll es sein das slow und alle Lebensbereichen umfassen. Ich persönlich habe bei solch englischen Wortwahlen immer meine Probleme, denn kaum sind die Wortfindungen hipp, blinken sie einem von allen einschlägigen Frauenmagazinen entgegen und selbst im kleinsten Supermarkt kommt man nur schnellen Schrittes am Slow Food vorbei, das einen natürlich nur glücklich macht. Ich habe für mich und den Laden nach unserem Umzug meine Art des Slow- seins gefunden. Vielleicht sind wir ja auch ein slow retail und wussten es vorher noch gar nicht. Auf alle Fälle freue ich mich immer sehr, wenn wir mit Lieferanten zusammenarbeiten dürfen, die durch ihre Art der Produktion und Verarbeitung von Material versuchen Nachhaltigkeit zu schaffen, um Kunden so glücklich zu machen. Moeke Yarns ist so ein Lieferant. Ioana und ihr Bruder haben vor ca. 2 Jahren eine kleine Firma mit Sitz in Rumänien gegründet, mit dem Ziel, heimische Wolle auf Jahrhundert Jahre alten Maschinen traditionell produzieren zu können. Das Material wird von Rumänischen Merino- und den Tigaie Schafen geliefert und natürlich weiterverarbeitet. So wie Ioana verbachte ich als Kind sehr viel Zeit bei meiner Oma und in letzter Zeit erinnere ich mich an so viele Dinge, die sie gesagt hat. Manchmal liegen mir ihre Sätze praktisch auf der Zunge, wenn mal wieder jemand etwas schnell stricken möchte, darf aber nicht selbstgemacht aussehen, kann ruhig billiges Garn sein, wenn es nix wird, egal. Um es mit den Worten meiner Oma zu halten- mit Bedacht auswählen, gut Ding braucht Weile und es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, das hätte sie gesagt. Vielleicht war mein Ömchen aber auch ihrer Zeit bei Weitem voraus und hatte trotzdem kein slow life. Die Garne von Moeke Yarns hätten ihr auf alle Fälle gefallen, denn sie sind in ihrer Struktur einzigartig schön. Für die Empfindsamen gibt es die Romanian Merino und die Farben lassen sich alle toll miteinander kombinieren. Eine der Stil-Blüten fasste schon den Plan, sie gar nicht ins Regal zu räumen und zu hamstern. Also nicht zu slow sein, hier entwickelt jemand im nähren Stil-Blüten Umfeld gerade kriminelle Energien… … weiterlesen

Koel Magazine

Endlich ist es eingetroffen und es einfach wunderschön. Ich liebe solche hochwertigen Magazine, die mit einem besonderen Layout überzeugen. Hier stimmt einfach alles, die Schriften, das Cover, die Stories, die wunderschönen Fotos und für die Haptik gibt es auch noch tolles Papier. Dies ist die erste Ausgabe des Koel Magazins und ich kann nur hoffen, dass noch viele weitere folgen. Themen übers Stricken, Häkeln, Sticken, Knüpfen und man glaubt es kaum- Makramee sind so hübsch verpackt, dass man sofort losknüpfen möchte. Weitere Einblicke gibt es bei Instagram. … weiterlesen

Handschuhe made in Estonia

Ein weiterer Kurs, den ich in Shetland gemacht habe und der mich sehr fasziniert hat. Unter der Leitung der bekannten Strickdesignerin und Autorin der Bücher Estonian Knitting und Ornamented Journey, Kersti Joeste, war schnell klar, dass ich viel zu locker bin. Diese Handschuhe werden mit Stricknadeln der Stärke 1.25mm gestrickt. Ich hatte vorher noch nie mit dieser Nadelstärke gestrickt und irgendwie sah ich vor lauter Maschen die dünnen spitzen Nadeln nicht. Zum Glück ging es mir nicht alleine so und auch sehr schnell gewöhnte ich mir Dinge ab, die ich sonst bei der Verwendung von Nadelspielen aus Gründen der Schnelligkeit immer gemacht hatte. Das Weiterschieben der Nadel am Oberkörper sollte man tunlichst lassen, diese Nadeln gehen so ziemlich durch alles sehr gut durch und hinterlassen ein sehr lustiges Punktemuster im Brustbereich. Kersti erzählte uns von der Tradition der Estländer, alles mit so kleinen Nadeln zu stricken. Sie selbst habe nie eine größere Nadel als 3mm in ihrem Leben verwendet. Sie hatte eine beeindruckende Anzahl selbst gestrickter Handschuhpaare dabei, für die sie im Durchschnitt 25 Stunden braucht. Auch ihre wunderschöne Strickjacke wurde mit Nadelstärke 2mm gestrickt und danach bestickt. Ich brauche nicht zu erwähnen, dass der Rock auch selbst gemacht war. Es gibt 6 verschiedene Arten estländische Handschuhe zu stricken, je nachdem aus welcher Region diese stammen- auch die verwendeten Farben variieren je nach Region: Stranded Knitting: Stricken mit 2 Farben, bei dem die nicht gestrickte Farbe hinter der gestrickten Farbe weitergeführt wird. Laces: wunderschöne Spitzenmuster Inlays: umwickelte Maschen, die fast den Anschein haben, es sei nachträglich ein Muster aufgestickt worden Knitted or sewn fringes: gestrickte oder angenähte Fransen Intarsia Motivs: mehrfarbige Motive, bei denen die Farben nicht mitgeführt werden, sondern auf der Rückseite verkreuzt werden. Embroidery: gestickte Motive Einige Handschuhe kombinieren auch verschiedene der o.g. Arten. Es gibt mehrere Anschlagsarten, natürlich- 6 verschiedene Arten der Fingerabnahmen und insgesamt gesehen, ist diese Art des Handschuhstrickens Kunst. Sie sind sehr sehr fest und starr, laut Kersti müssen sie das sein, damit sie lange halten und dem Dauergebrauch trotzen. Sie erzählte uns von einem der ältesten Strickfunde aus dem 14. Jahrhundert, einem Handschuh aus Estland. Ich habe lange mit den Nadeln gekämpft, aber nach 7 Stunden ging es verhältnismäßig flott von Statten. Leider war mein Strickstück doppelt so groß, wie bei allen anderen, da Engländer und Amerikaner eine andere Stricktechnik anwenden. Kersti war das alles viel zu locker und es half auch nichts, dass mein Handschuh am Ende der Kurses fast fertig war. Viel zu locker, Du musst Deine Technik ändern- war ihr abschließendes hartes Urteil. Na ja, dachte ich bei mir, auf kleinere Nadeln kann ich ja nicht gehen. Dann habe ich noch ein wenig probiert und bin zum Entschluss gekommen, nein, ich ändere meine Stricktechnik nicht. Ich bin sehr zufrieden damit und diese Handschuhe stricke ich anders. Dann ist es entgegen der Estländischen Tradition, aber da ich das stricken von meiner Oma gelernt habe, stricke ich eben nach meiner Tradition. Natürlich sind sie nicht so fest, aber ich habe kleine zarte Hände, das müssen sie somit auch nicht sein. Zum Glück ist es ja Handarbeit und ich hoffe, dass mir Kersti und die Estländer es nicht übel nehmen, dass ich diese Handschuhe mit 2.25mm stricken werde und eben ein wenig anders. Auf alle Fälle war es ein toller Kurs mit vielen neuen Ideen und einer amüsierten Kersti, die uns geduldig alles erklärte und anhand ihrer farbenprächtigen Muster- Handschuhe ehrgeizig gemacht hat. … weiterlesen

Traditionelle Haps mit Donna Smith

Haps ist in Shetland das Wort für großes Schaltuch, welches täglich getragen und genutzt wurde. Klassisch als wärmende Kopf- und Schulterbedeckung, oftmals auch um die Hüften geschlungen und auf den Rücken geknotet, oder als Babydecke gefertigt, denkt man bei der Zartheit und der kunstvollen Muster dieser Tücher zunächst nicht an den täglichen Gebrauch. Um es mit den Worten meiner Oma zu halten -es wird geschont- war ich erstaunt, als Donna uns teileweise Jahrzehnte alte Haps aus ihrer Familie zeigte, die man heute noch täglich verwenden könnte. Der klassische Shetland Hap ist ein Viereck, mit einem Mittelteil, einer Bordüre und der Lacekante. Die Shetlander unterscheiden nochmal zwischen Bordüre und Lacekante, weil fast alle Teile von außen nach innen einzeln gestrickt werden und dann zum Schluß zusammengestrickt bzw. -genäht werden. Und das so gut, dass man teilweise nicht sieht, wo der Anfang ist und wo abgekettet und zusammengenäht wurde. Einen kleinen Einblick gibt dieses Video  – Ohren spitzen! Donna erzählte von ihrer Großtante Emma, die mit 5 oder 6 Jahren zu stricken begann. Für eines dieser großen Tücher benötigt sie ca. 2 Wochen. Sie hat ihr ganzes Leben gestrickt, weil sie vom Verkauf dieser Schals lebte. Mit ihren 95 Jahren kann man nun hochrechnen, wieviel Tücher und Schals sie gestrickt hat, sie weiß es nicht. Die Muster hat sie alle im Kopf, nichts ist notiert und Donna erzählte uns, dass sie, als sie den Houlland plante, eine kleine gestrickte Probe bekam, mit den Worten, das musst Du dann so machen und so und das war alles. Wie alles in Shetland strickt man auch diese riesigen feinen Tücher mit dem Knittingbelt und auf Stabstricknadeln. Es gibt keine Rundstricknadeln, außer für die Touristen, nehme ich an. In dem Video von Fruity Knitting zeigt Donna, wie man mit einem Knittingbelt strickt. Ich habe es leider nicht ausprobiert, aber beim nächsten Mal und die Kinder und Jugendlichen der Shetland Peerie Makkers zeigten auf der Eröffnungsfeier ihre eindrucksvollen Werke, die sie mit einer Geschwindigkeit strickten, dass ich mein Strickzeug erst mal wieder weggepackt habe. Das fanden sie sehr lustig. Also sollte mich nochmal ein Kunde fragen, wann Kinder anfangen sollten zu stricken- sofort, einfach sofort. In Shetland war es üblich, dass Kinder im zarten Alter von 5 Jahren die großen Mittelteile der Schals in kraus rechts strickten, während ihre Mütter und Großmütter die Bordüren und den Laceabschluß nebenbei auf dem Weg zum Torfstechen und auch wieder zurück strickten, länger als eine Woche durfte das im Durchschnitt nicht dauern, weil diese gestrickten Schals die Familie mit ernährten. Die Männer waren in dieser Zeit mit „Ruderbooten“ auf dem Meer, um Heringe zu fangen. Sehr eindrucksvoll, denn ich weiß nun, wie sich Windstärke 8 bis 9 anfühlt und kann sagen, ich würde keinen Fuß in ein Boot setzen, egal wie groß und rudern schon mal gar nicht, da ich ja bekanntlich schon im Tretboot seekrank werde. Davon später mehr. Der Kurs mit Donna war einfach herrlich und irgendwie schaffte sie es, allen Teilnehmern die Angst vor dem stricken eines Haps nach Shetlander Art zu nehmen. Vielen Dank Donna und hopefuy see you again in Shetland. … weiterlesen

Jamieson`s of Shetland

Eine der Besichtigungstouren, die wir gemacht haben, war die Tour zu der Spinning-Mill von Jamiesons of Shetland, ein Familienunternehmen in der 5. Generation, welches sich auf die Produktion von Shetlandwolle spezialisiert hat. Garry führte uns durch seine Produktion und erklärte uns vieles zu der Wolle, Verarbeitung, den Maschinen und Webstühlen. In der Fabrik wird die Rohwolle sortiert, gewaschen und gefärbt, dazu wird sie zusammengepresst, damit sie nicht verfilzen kann. Getrocknet, kardiert, dann gesponnen und gezwirnt Die Wolle wird danach direkt weiter verarbeitet zu Strick- und Webwaren, oder eben zu Handstrickgarn. 100 kg Wolle pro Tag werden produziert, wobei Garry darauf hinwies, dass man das nicht auf jeden Tag hochrechnen könne, da die enormen Rüstzeiten der Maschinen hinzukommen. Es gibt eine feste Farbabfolge, in der die Wolle gefärbt und kardiert wird, damit es nicht zu lustigen Farbmischungen kommt. Die Maschinen waren einfach toll. Die Webstühle haben mich am meisten fasziniert. Die Technik ist einfach unglaublich. 10 Meter schafft so eine Maschine pro Stunde. Ach wie gerne hätte ich noch ein wenig Stoff mitgebracht, aber die kleine Propellermaschine von Lerwick nach Glasgow hatte ja schon die ganze Wolle an Bord. Also dann beim nächsten Mal. Natürlich gab es direkt neben der Produktionsstätte auch einen Wollverkauf, der den ganzen Bus in Begeisterungsstürme versetzte. Hier ist der Laden in Lerwick gezeigt, alle Farben, alle Qualitäten, ein Fest für die Sinne. Weitere Eindrücke gibt es auf Instagram und morgen geht es dann mit Donna Smith und ihren traditionellen Haps weiter. … weiterlesen