Uradale Farm

von Frau Stil-Blüte

Zum guten Schluß des Jahres 2016 schwelge ich nochmals in Erinnerungen.

Shetland war und ist eine Reise wert und hat mich tief beeindruckt. Die Insel und die Art der Shetlander hat mich in ihren Bann gezogen.

Vieles geht und vieles geht eben nicht- aufgrund des Wetters, der Lage und damit muss man leben, oder eben woanders hinziehen.

Nicht ohne Grund kehren aber die meisten Insulaner nur sehr kurz ihrer Insel den Rücken. Das liegt zum einen an der Landschaft und dem unglaublichen Licht,

zum anderen an der Lebensqualität und Ruhe, die man hier in vollen Zügen genießen kann. Die Arbeit bleibt weiterhin hart, doch irgendwie entschädigt einen das drum herum.

Anders kann ich es mir nicht erklären, dass Ronnie und seine Frau Sue ihre Uradale Farm trotz aller Unkenrufen zum trotz weiterhin Voll-Bio bewirtschaften, obwohl sie viele Hürden nehmen mussten.

Ronnie und seine Frau Sue wollten anfangs eigentlich nur das Fleisch ihrer seid altes her auf Shetland lebenden Kühe und Schafe vermarkten.

Allerdings sind diese beiden alten Rassen viel kleiner als die gewöhnlichen Zuchtexemplare und so fand sich anfangs kein Schlachter, der sich dieser Kleinen annehmen wollte- zu wenig Fleisch. Ronnie hatte zwar mit Widerstand gerechnet, aber dass sich erst in London ein Metzger fand, der seine Tiere verarbeiten wollte, schmerzt ihn noch heute.

Das seien alles die Ölplattformen schuld, mit denen seien die Supermärkte gekommen und mit denen abgepacktes Fleisch und Leute ohne Geschmack. Aber nicht nur die Öl-Leute ärgern Ronnie, an seinem Stall hängt ein riesiges Euro-Schild und er reagiert äußerst empfindlich, wenn er auf den Brexit angesprochen wird.

Seine Schafe müssen ja auch gar nicht geschlachtet werden, finde ich zumindest, denn die Farben sind einfach einmalig. So und jetzt achtung Bilderflut- wie gemalt:

Und was mich am meisten von allem beeindruckt hat, sowohl die Kühe als auch die Schafe bleiben das ganze Jahr über auf der Weide und die Kälbchen und kleinen Schäfchen bleiben bei ihren Müttern und auf dem Kuhbild, ich hoffe man kann es erkennen, trinkt ein Kälbchen bei seiner Mutter. Ich weiß wirklich nicht, wann ich das zum letzten Mal gesehen habe. Ich glaube im Österreich Urlaub, wo ich als Teenager etwas schlecht gelaunt, voll überflüssig einen Weg hochmarschierte zu irgendeiner Alm- also eine Ewigkeit.

Aber jetzt genug, die Stil-Blüten wünschen allen einen guten Rutsch ins neue Jahr 2017 und schwelgen einfach noch ein wenig in Erinnerungen und stricken dazu mit der schönen Wolle von noch schöneren Schafen von der Uradale Farm in Scalloway, Shetland.