Sitzplatzeroberung

von Rudi

Wenn Frauchen strickt, dann kann um sie herum die Welt untergehen, sie wird es sicher nicht bemerken. Sie strickt und strickt und sachte Spielaufforderungen und Nasenstupser werden einfach ignoriert. Ganz schlecht ist es, wenn sie sich zum Stricken auch noch ein Plätzchen ausgesucht hat, das ja eigentlich für den Rudi bestimmt war. In solchen Fällen weiß ich Rat, also an alle die noch mit Wollknäulen spielen, hier eine meiner Erfolgsstrategien. Zunächst pirsche ich mich an und springe ziemlich lässig auf die von mir auserkorene Sitzmöglichkeit, die noch vom strickenden Frauchen blockiert wird. Nicht mehr lange, denn in sachten Rückwärtsbewegungen wird Körperkontakt zum Strickzeug geknüpft. Nachfolgend gibt es 2 Möglichkeiten für die erfolgreiche Sitzplatzeroberung. 

  1. Ich setzte mich gekonnt und ohne großes Tamtam, direkt auf den Faden, der zum Wollknäul führt. Mittendrauf, das ist wichtig, da sie diesen Faden braucht, sonst gerät alles ins Stocken. Ziehen kann sie dann nicht, weil ja sonst der Faden reißen könnte, oder
  1. Ich klemme das gesamte Gestrick mit meinem sportlichen Rücken ein und verfalle in eine Starre. Leute aber vorsichtig mit den Stricknadeln, hier muss man sich ein dickes Fell zulegen, die können stechen. Am besten direkt mit einklemmen.

Auf den Erfolg muss ich eigentlich nie lange warten, denn mit den Worten- ach Rudi- steht sie meist auf, um all ihre Fäden und das Gestrick zu entwirren. Jetzt heißt es, noch kurz im Sitzstreik verharren, Popo fest auf das Sitzpolster drücken, der Faden darf auf keinen Fall rausrutschen und abwarten. Das mit dem Entwirren dauert meist seine Zeit und dann wende ich meine sogenannte Flundermethode an. Ich lasse mich sacht hinfallen, strecke und recke mich und zack ist der Sitzplatz meiner.

Tja, weggegangen, Platz vergangen und das Strickzeug kann ich dann gut als Schnautzenstütze verwenden, es ist weich und kuschelig, also genau richtig für meine zarte Hundeschnute.

So und nun viel Spaß beim Nachmachen und allen ein schönes Pfingstwochenende, trotz der widrigen Wetterverhältnisse.