Shetland Wool Week

von Frau Stil-Blüte

Bereits zum siebten Mal fand diese Shetland Wool Week statt. Es ist ein Fest für alle Wollbegeisterten aus Nah und Fern, über 400 Schaf-Fans wurden gezählt, ohne die Tagestouristen die meist mit den Fähren aus Aberdeen anreisten.

Das Erkennungsmerkmal der diesjährigen Woolweek war der „Crofthoose Hat“, eine Mütze designed von der Schirmherrin Ella Gordon. Sie zeigt die traditionellen Farmhäuser, die Crofthooses, die man auf der ganzen Insel findet.

Crofthoose auf der Insel Yell
Crofthoose auf der Insel Unst

Das Kursangebot war überwältigend, eine Woche viel zu kurz, für alles was geboten wurde. Es war eine gelungene Mischung aus Besichtigungstouren, Vorträgen, Vorführungen, Drop- Ins, Talks, Strickkursen aller Art und viele ortsansässige Designer öffneten ihre Studios. Alles war super organisiert und aufeinander abgestimmt. Mit unserer fast 11 stündigen Anreise, waren wir schon ziemlich k.o. Die Zwischenstopps und langen Wartezeiten zwischen den Flügen, machten mürbe.

Wie mussten sich erst unsere Wollfreunde aus Kanada, Japan, Australien, Neuseeland und den USA gefühlt haben. Europa zähle ich hier nicht auf, da war alles vertreten, einfach unglaublich, wie viele Nationalitäten extra zur Woolweek anreisten.

Ella Gordon sprach in ihrem Talk „Being a Knitter in Shetland“ über ihre Arbeit als Designerin bei Jamiesons and Smith, ihre Kollektionen, ihren Blog und woher sie ihre Inspiration bekommt.

Shetlander haben einen ziemlichen Slang drauf und Ella spricht sehr sehr schnell, das war wirklich mal was anderes und man musste die Öhrchen spitzen. Shetlander sprechen kein Gallic, wie die Schotten, ihre Sprache kommt aus dem Norse, viele Wörter gibt es im Englischen gar nicht.

Ella ist, wie alles Shetlander, sehr stolz auf ihre Insel, auf die Traditionen, auf die Wolle, die Landschaft und das Wetter. Die Farben der Landschaft spiegeln sich in den angebotenen maschinengestrickten Modellen wieder, die man überall auf der Insel kaufen kann.

Die handgestrickten Shetland Lace Schawls werden oftmals in Museen und kleinen Geschäften verkauft. Ca. zwei Wochen wird an diesen einzigartigen Meisterwerken gestrickt.

Natürlich sprach Ella auch über den Skandal, den sich das Modehaus Chanel geleistet hat. Sie war sehr empört und hatte ein Wort für Karl Lagerfeld, welches ich nicht so recht verstand, sie sprach im Dialekt! Und auch wenn sich das Modehaus erkenntlich zeigen wollte, sei laut Ella noch nichts in Shetland angekommen.

Was mich in dieser Woche wirklich beeindruckt hat, ist die Bodenständigkeit und die Gelassenheit der Shetlander. Vielleicht liegt es auch daran, dass man auf einer Insel mache Dinge eben einfach nicht ändern kann, wie das Wetter z.B. und abwarten muss. Ich hatte das Gefühl, dass dort manchmal die Zeit stillsteht. Zumindest solange, bis ein oder zwei dieser Superdampfer anlegen und die kleine Stadt Lerwick stürmen.

Das Licht, die Farben und das Wetter sind unglaublich. Aber davon morgen mehr.